99% gutes Gewissen
Mouthwashing hatte mich schon vor dem Konsolenrelease interessiert. Der Indie-Erfolg des schwedischen Studios Wrong Organ hat ganz spannende Merchartikel, die ein „spaßiges“ Setting versprechen.
Nach der Havarie ihres Raumschiffs Tulpar sitzen fünf Besatzungsmitglieder fernab jeglicher Hilfe im Weltraum fest. Während die Vorräte immer knapper werden und die Isolation zunehmend an ihren Nerven zehrt, wachsen Misstrauen und Paranoia innerhalb der Gruppe. Die angespannte Lage bringt alte Konflikte und persönliche Abgründe ans Licht und droht, die ohnehin fragile Gemeinschaft endgültig auseinanderbrechen zu lassen.
Das Spiel erzählt die Geschichte der fünf Charaktere nicht chronologisch, sondern in mehreren miteinander verschachtelten Zeitebenen. So springen wir immer wieder in die Zeit vor dem Zusammenstoß, danach und in eine spätere Ebene. Man sieht oder spielt also Konsequenzen, bevor man die eigentliche Ursache erfährt. Nach und nach bauen wir so das Puzzle der wirklich durchdachten, spannenden und doch tiefen Geschichte zusammen. Dabei darf man nicht vor recht verstörenden Szenen zurückschrecken.
Spielerisch ist es eher ein First-Person Walkingsimulator mit kleinen Adventureaufgaben und Rätseln in einem PS2 Grafikstil. Das passt atmosphärisch und wird durch einen großartigen ambiet , industrial Soundtrack hervorragend ergänzt.
So lohnen sich die 2-3 Stunden nicht unbedingt als Spiel, aber als Erfahrung. Mouthwashing lässt einem hinterher Youtube-Videos schauen, die noch einmal eine Analyse der Story versuchen und uns Bedeutungen erklären. Es bleibt im Kopf und ich bin gespannt auf die kommende Verfilmung.
Stubenscore: 8,2 / 10






PC | XBOX | PS5 | SWITCH (getestet)


Sieht nach einem Spiel für eine Zugfahrt aus, wobei andere Fahrgäste verstört den Spielenden ängstlich beobachten. Perfekt zu Halloween, wäre auch was für mich. Vor allem die Spieldauer 😉
Oh ja – das habe ich auch schon länger auf der Wihslist (: Ich lieb‘ alles daran – selbt die schrottige 2000er Grobschlächtigkeit der 3 Polygone pro Charakter.
Das Konzept eine Story aus unterschiedlichen Perspektiven finde ich unheimlich faszinierend.
Akira Kurosawas Meisterwerk „Rashomon“ aus 1950 hat diese Erzählweise populär gemacht (für die Jüngeren unter uns wurde das in Season 3 Episode 14 in Stark Trek TNG in „a matter of perspective“ adaptiert). Memo an mich: beides endlich noch einmal gucken. PS.: ich überlege auch wie wir 5 Stubenzocker in so einer Situation semi-coop langsam dem Wahnsinn anheim fallen.