Uncharted mit einer Prise Hitman, geschüttelt
IO Interactive erfindet mit First Light sicher kein neues Genre mit der 007 Lizenz. Bekannt durch ihre Hitman Spiele, sind einige Anleihen von ihrem Auftragskiller-Spiel nicht zu leugnen. Es gibt auch keinen Zweifel, dass die Entwickler auch mal Uncharted gespielt haben und sich zudem anderer Spiele bedienen.
Man muss den Dänen aber lassen, dass ihn nicht nur der spielerische Mix gut gelungen ist – sie schaffen es die Atmosphäre von James Bond sehr gut einzufangen und erzählen zudem eine solide Geschichte, die es mit vielen der Filme aufnehmen kann.
So beginne ich als junger Soldat, der nach einem Einsatz eher zufällig in die Ausbildung zum 00-Agent des MI6 taumelt. Nach ein paar (zu vielen) Tutorialmissionen auf Malta, darf ich dann endlich meine erste wirkliche Mission starten. Ich bekomme ein Briefing von M, lasse mich von Q ausrüsten und hab stets Moneypenny im Ohr. Auch wenn dieser Bond mir in den ersten Minuten etwas stereotypisch vorkam, so gewinnt Schauspieler Patrick Gibson im Laufe des Spiels. Insgesamt gefällt der Cast, dazu kommt der Titelsong von Lana Del Rey und ich fühle direkt mich wie in einem Film.
Was spielerisch gefällt ist die Freiheit, mit der man teilweise die Aufgaben in den Missionen lösen kann. Ob man sich brachial durchboxt oder eher klug Hinweisen nachgeht, Leute belauscht, durch Lüftungsschächte krabbelt – es gibt oftmals mehrere Wege. Im Gegensatz zu Hitman, „lockern“ aber auch reine Shooter-, Kletter- und Kampfpassagen das Geschehen auf. Die Stärke liegt jedoch klar in den Passagen, in denen man auch Hirn einsetzen muss – am Ende kommen diese ein wenig zu kurz und First Light übertreibt ein wenig die Action.
Es bleibt aber ein großartig inszeniertes Bond-Spiel mit einer großartigen Atmosphäre und einem starken Hauptdarsteller.
Stubenscore: 8,6 / 10









PC | XBOX | PS5 (getestet)


Ich freue mich schon das Spiel bald zu spielen. Die Screenshots sehen phantastisch aus und Patrick Gibson scheint ja eine gute Besetzung zu sein, der dem Spiel das gewisse Bond Feeling mit gibt.
Wie immer checke ich erst einmal bei How Long To Beat die zu investierende Spieldauer. Mit 15-25 Stunden wäre dies in meinem Zeitfenster. Da hätte ich also mal wieder Interesse, obwohl ich eher der Uncharted Java-Steine-Sammler bin und nicht so der Hitman – ich probiere es gleich noch mal -Fan.
Da ich ja nicht mehr so viele andere Spielemedien lese, wusste ich gar nichts von der 007-Umsetzung.
Das sieht hübsch aus und der junge Herr hat ordentlich Charisma zum Frühstück gehabt! Mit mir wird das aber nichts aus zwei reinen Geschmacksgründen: An James Bond interessiert mich seit Jahren nichts mehr (die letzten Filme haben mich ziemlich abgefff) und zusätzlich habe ich gerade wenig Lust auf so eine Art lineares Storyspiel. Deshalb hard pass für mich aber freue mich, dass ihr Bock drauf habt!
Uncharted war früher ein Highlight mit meinem Vater auf der Playstation.
Dass dieses Spiel auf der PS5 so gut aussieht, hätte ich nicht erwartet.
Vielleicht ist das ja ein Spiel, dass man um die Weihnachtszeit gut spielen kann 🙂
Schöner Test. Der Punkt mit der zu vielen Action zum Ende hin ist für mich eigentlich der Knackpunkt – die Sandbox-Passagen mit mehreren Lösungswegen sind doch genau das, was IO ausmacht. Wenn die zugunsten von Schießbude und QTE zurückgefahren werden, verschenkt man die eigentliche Stärke des Spiels. Schade drum.
Was mich trotzdem abholt: die Länge. 15 Stunden sind genau das Format, das man neben Job und eigenen Projekten noch am Stück durchzieht, ohne dass das Spiel zum zweiten Vollzeitjob wird. Da bin ich ganz bei ferengi – HowLongToBeat zuerst, dann entscheiden.
Patrick Gibson als noch ungeschliffener Bond finde ich vom Konzept her stark: lieber jemand, der die Doppelnull erst verdienen muss, als die fünfte glattgebügelte Ikone. Und den Lana-Del-Rey-Track muss ich mir mal in Ruhe auf gutem Kopfhörer geben.
Bei den genannten Schwächen (steifes Klettern, hakelige Nahkämpfe, QTEs) wirken mir die 8,6 fast einen Tick zu großzügig – aber gut, das ist Meckern auf hohem Niveau. Kommt auf die Liste.
Du hast mit all Deinen Punkten Recht und in der Wertung ist sicher die Atmosphäre sehr positiv bewertet. Es gibt wirklich schöne Level und doch hätte ich selbst bei der Spielzeit noch Unnötiges weggelassen. Da zählen einige Baller- und Prügelpassagen und die wenigen, aber dusseligen QTEs auf jeden Fall dazu. Hab gerade wieder Hitman installiert, da gibt es noch einige Level, die ich nicht kenne 🙂