Auf zum Kraken
Das Trio Maikel Cheney, Dr. Hans Joachim Höh und Tobias Immich gründeten vor ein paar Jahren den Verlag Spiel Instabil und haben dann über eine Kickstarter-Kampagne 200.000 € gesammelt, um Feed the Kranken zu finanzieren. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Das Spiel ist ein echtes Highlight auf dem Markt der Deduktionsspiele.
Nachdem alle Spieler ihre Rolle in einem kleinen Beutel erhalten haben, machen wir uns auf dem Weg zum Schiff. Einige Spieler sind loyale Segler und wollen königliche Güter zum Ziel über das Meer führen. Es gibt aber auch eine kleinere Gruppe Piraten, die eine andere Küste als Ziel haben. Nur diese kennen sich untereinander. Hinzu kommt noch ein verrückter Anführer eines Krakenkultes aus dem Cthulhu-Universum, der das Schiff lieber dem Krakengott opfern möchte.


In jeder Runde sucht sich nun der Kapitän sein Navigationsteam zusammen. Hierzu bestimmt er den Lieutenant und Steuermann. Nun können alle Spieler meutern, indem sie in einer verschlossenen Hand 0 bis 3 ihrer Pistolen in die Mitte halten. Nun Öffnen alle ihre Hand und es wird gezählt, ob die Mindestanzahl für die Meuterei erreicht wurde. Dann wird ein neuer Kapitän bestimmt und erneut gemeutert, bis dann irgendwann nicht mehr genug unbenutzte Pistolen im Umlauf sind oder alle mehrheitlich mit dem Navigationsteam einverstanden sind.
Nun steuert das Navigationsteam das Schiff Richtung Zielbereiche. Hierzu ziehen Kapitän und Lieutenant jeweils zwei Navigationskarten und legen eine in das Logbuch. Der Navigator sucht eine davon aus und entscheidet damit, wohin gesegelt wird: Nach Westen zur Pirateninsel, nach Osten in den Hafen der loyalen Segler oder Richtung Norden zum Krakengott.

Die Spieler können nun untereinander diskutieren, wem sie aus dem Navigationsteam welche Fraktion zuordnen. Warum hat jemand gemeutert, oder warum fährt das Schiff Richtung Krakengott oder zur Pirateninsel? Wer aus dem Navigationsteam hatte welche Karten zur Auswahl und hat warum welche in das Kapitän’s Logbuch gelegt. Wer aus dem Team lügt vielleicht?


Fazit:
Ich mag Soziale Dedkutionsspiele wie Blood on the Clocktower und fand die Optik im Cthulhu-Universium schon immer faszinierend. Bis zu 11 Personen können die Bootsfahrt antreten, in der maximalen Spieleranzahl hat der Anführer des Krakenkults sogar noch einen Gehilfen. Auch haben die Entwickler nette Gimmicks eingebaut, indem es bei der Reise Richtung Norden zum Krakengott von einem Kartenstapel eine Bonusaktion gibt, mit der z.B. der Anführer des Krakenkults einen Spieler auf seine Seite ziehen kann. Gerade in großen Runden ist das Spiel ein Erlebnis, da neben den beiden großen Fraktionen und dem Kultist besondere Momente entstehen. Ich bin bei der nächsten Runde wieder dabei.
Stubenscore: 8,3 / 10
Brettspiel (getestet)

