The Runaways
Jackie Fox, um 1977 Bassistin der Band The Runaways, hat mit ihrem Spiel ein wenig ihre Lebensgeschichte spielerisch umgesetzt. Und so sind die Mechanismen von Rock Hard gut durchdacht und das Enginebuilding ausgewogen. Doch das Spiel lebt vor Allem vom Thema, dem Spielmaterial und den stimmigen Aktionen.
Wir spielen Musiker in den 70er Jahren und haben zu Beginn begrenzte Fertigkeiten, Reputation und Songs. Dieses sind die drei Punkteleisten, die wir erhöhen müssen, um später große Gigs zu spielen. Dabei hat jeder Musiker und sein Manager besondere Fähigkeiten.


Während wir am Tag Interviews geben, Crewmitglied anwerben oder uns um einen Plattenvertragg bemühen, proben wir abends oder spielen einen Gig. Nachts hängen wir rum oder nehmen ein Demotape auf. Viele Aktionen kann nur ein Musiker/Spieler ausführen, da das Aktionsfeld dann belegt ist. So ist es wichtig, in der nachts gewählten Aktion taktisch zu entscheiden, da die Aktionen dort die Spielerreihenfolge für den nächsten Tag vorgeben.

Fazit:
Um im Spiel voranzukommen ist es schon wichtig, früh im Spiel ein Demotape aufzunehmen, da dies Voraussetzung für einen Plattenvertrag ist. Doch viele Aktionsfelder können nur von einem Spieler besetzt werden, so dass die Reihenfolge sehr wichtig ist, wenn man eine bestimmte Aktion ausführen möchte. Mit dem richtigen Manager kann man aber auch ggf. Aktionen durchführen, die andere Spieler schon belegt haben. Man sollte also schon die Fähigkeiten des Musikers und Manager ausnutzen, um diese Vorteile zu nutzen, die aber unterschiedlich stark sind. Dies ist somit eine kleine Glückskomponente.
Aber es sind so viele kleine Details, die das Spiel so liebenswert machen. So kann man einmal am Tag arbeiten gehen. Hierfür bekommt man Geld, aber es kostet auch eine Aktion. Geht man an drei Tagen nicht zur Arbeit, verliert man seinen Job und muss sein Geld dann mit seiner Musik verdienen. Auch kann man einen Bonbon nutzen (=Drogen), um eine Extraaktion durchzuführen. Dieses erhöht aber den Suchtlevel und man muss einen Rettungswurf machen und ggf. einen Zwischenstopp in der Entzugsklinik machen.
Aufgrund der vielen Musiker in der Packung und den unterschiedlichen Managern und Siegpunktebedingungen und der wunderschönen Thematik hat Rock Hard: 1977 einen hohen Wiederspielwert. Ich bin bereit für die nächste Runde. Klare Kaufempfehlung, insbesondere für Schallplattensammler.
Stubenscore: 8,2 / 10
Brettspiel (getestet)


Als ich das letztes Jahr (?) in Essen stehen sah und auch den einen oder anderen YouTube Schnipsel dazu sah hat mich das vollkommen kalt gelassen.
Nach dem Test hätte ich dann doch ein bisschen Lust drauf. Rock on
Da wäre ich allein wegen des Themas blind dabei. Drei Punkteleisten? Kein Problem, hier würde ich sogar am Ende Punkte auszählen inkl. Multiplikation. 🤟
Das Setting fängt mich sofort ein. Da bin ich unbedingt dabei!
Das kenn ich noch nicht, aber dafür „Come Together“ – da organisiert man ein Hippie-Festival-Wochenende, und auch das ist in jeder Hinsicht sehr thematisch. Auch der Bot („Freund“ genannt) für zwei Spieler funktioniert gut, nervt nicht und braucht kaum zusätzliche Verwaltung. Macht uns viel Spass – vor allem, dass die Kartengrafiken auf Musiker der Zeit (späte 1960er/frühe 1970er) und die Namen der Musiker und Bands auf Brettspieltitel anspielen, macht sogar gelegentliche Downtime bei grübelnden Mitspielern nicht nur erträglich, sondern regelrecht kurzweilig 😉
Und was mir für so ein gehobenes Kennerspiel daran besonders gut gefällt: Man kann auch in der letzten Runde noch zu weit enteilten Mitspielern aufschliessen und rennt nicht das ganze Spiel nur hinterher, nur weils am Anfang nicht gut lief…