Here they lie (VR)

Eine kurzweilige Geschichte über die Liebe oder ein nervenaufreibender VR-Albtraum in der Hölle?

Ohne großen Schnick-Schnack wirft uns das Entwicklerstudio Tangentlemen in ein Horror-Szenario mit VR-Headset. Wie komme ich hierher? Wer ist diese gelbe Frau in einer ansonsten grauen und düsteren Stadt? Viel Vorgeschichte gibt es nicht und so ahne ich auch nichts Böses, wenn ich den komischen Geräuschen in dunklen Gassen folge.

Schön ist es hier nicht.

Ich finde Kisten mit Fotos, Erinnerungsschnipsel. Und Batterien für die Taschenlampe, meine einzige Waffe. Wenn auch nur gegen die Dunkelheit. Die gehörnten Monster, die mich bei Kontakt schnell zum letzten (automatischen) Speicherpunkt zurücksetzen, könnten darauf hindeuten, dass ich in der Hölle bin. Ich folge der gelben Frau und allmählich erfahre ich mehr von der Geschichte. Immer unterbrochen von einem Monster, dass hinter der nächsten Ecke lauert und mich erschrecken will. Gelingt auch!

Wenn die Augen leuchten ist es schon zu spät.

Die VR-Steuerung ist clever gelöst: Mit dem rechten Stick kann man sich in 45°-Schritten drehen. Wenn man sich aber normal fortbewegt (linker Stick) kann man durch leichten links/rechts-Einschlag die Perspektive stufenlos drehen. Obwohl ich mit Motion Sickness bisher noch nie Probleme hatte, kann man es mit Here they lie provozieren. Gerade wenn man noch läuft und sich dabei dreht, wird einem schon flau im Magen. Ab der Halbzeit bin ich auf den 2D-Modus umgestiegen, was mir das Spiel auch mit deutlich erhöhter Auflösung dankt.

Alt sehe ich aus.

Das Spiel entwickelt sich dann langsam zum Schleicher. Immer vorbei an den Monstern, im Dunkeln bleiben. Die Batterien für die Taschenlampe sind nicht mehr so selten zu finden, dafür ist es auch deutlich heller und ich brauche sie kaum. Die Stadt wird belebter. Die Bewohner sind aggressiv, tragen Zebraköpfe. Oder werde ich verrückt? Sie tun mir aber nichts. Bis auf die Schlägertrupps.

Bewohner der Stadt. Irre, aber harmlos.

Aber auch diese Phase geht vorbei und ich verlaufe mich in einem U-Bahn-Schacht-Labyrinth. Das kostet Zeit. Die Infoschnipsel und Begegnungen mit der gelben Frau, meiner Ex-Frau, meiner Liebe, führen durch ein Abschlusskapitel in einem Dorf. Viele Gegner, viel Schleichen, werde ich irre? Relativ linear finde ich auch hier hinaus und ich wandere Richtung Abschluss der Geschichte und den Abspann. Nach zwei Stunden erhalte ich die “seltene” Trophäe für den Abschluss des Spiels. Das “selten” deutet darauf hin, dass nicht viele so weit gekommen sind. Ich kann es verstehen.

Fazit:
Mit VR und Kopfhörer eine verstörende Atmosphäre. Nichts für Weicheier.

Stubenscore: 6,5 / 10


HERE THEY LIE
Webseite
PS4 (getestet)

3 Gedanken zu „Here they lie (VR)

  1. Hmmmm – irgendwie fehlt noch die VR Killer-App, die das Thema aus der Nische katapultiert. So wie Rebel Assault von Anno 93. Ich warte noch

  2. Ein tolles VR-Erlebnis in einer wahnsinnig und düsteren Kulisse. Die Steuerung ist sehr gut und begünstigt das VR-Erlebnis. Ja, auch mein Magen musste sich erst an dieses Spiel gewöhnen und hat zwei Zwangspausen eingefordert.
    Die Story – naja, hierfür kann man Abzüge geben – jedenfalls übermannt einen die düstere Stimmung und man läuft durch eine ebensolche Stadt, U-Bahn und ein kleines Dorf. Auch wenn man hier und da mal abbiegen und um die Ecke schauen kann, ist ein Verlaufen doch fast ausgeschlossen.
    Wehren kann man sich nur durch weglaufen – hm.

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