Alien Isolation

Fünfzehn Jahre nach Alien versuche ich als Amanda Ripley die Wahrheit über das Verschwinden meiner Mutter Ellen herauszufinden.

Scheinbar allein.

In Space no one can hear you scream.

Nach langer Vorfreunde war plötzlich die redaktionelle Spielewelt geteilter Meinung zu Alien Isolation. Gamersglobal schreibt mit 6.5 quasi einen Verriss, die Gamestar korrigiert ihre Wertung und verbessert sich nach längerem Spielen auf 80 und liegt damit auf internationalem Durchschnitt. Ich bilde mir meine eigene Meinung. Früh aufgestanden, Kopfhörer auf und nach dem stimmungsvollen Intro in VHS-Qualität als Hommage an den Originalfilm geht’s ins All.

Die Atmosphäre auf der Sevastopol ist packend.

Die Atmosphäre auf der Sevastopol ist packend.

Ich bin auf der Raumstation Savastopol. Überall knackt es, aus den Lüftungsschlitzen der Gänge dringt Wasserdampf, ich höre Schritte. Das Alien ist nicht das alleinige Gegner. Gerade zu Beginn stören im Weltraum eher die menschlichen Widersacher oder programmierte Androiden.

Alien Isolation ist kein Shooter, vielmehr ein langsames Spiel, dass einem viel Geduld abverlangt. Mit Schleichen, Verstecken und Warten komme ich weiter als mit Rennen oder überhasteter Flucht. Egal welchem Gegner ich versuche auszuweichen.

Schnell ducken.

Schnell ducken.

Das allein macht aber noch kein Spiel. Ich muss Türen und Terminals mit unterschiedlichen Minispielen hacken, Gegenstände ähnlich wie in Last of Us craften und letztendlich Wege finden. Und so suche ich öffene Türen, Lüftungsschächte, um verschlossene oder das Alien zu umgehen, aber vor allem den nächsten Speicherpunkt. Der häufige Blick auf die Karte ist unerlässlich.

a6

Wo ist das nächste Diskettensymbol zum Speichern?

Die Szenerie auf der Station nimmt mich dabei wie zuletzt bei System Shock in seinen Bann und ist liebevoll nach dem filmischen Vorbild ausgeschmückt. Sound und Grafik sind größtenteils großartig und die Möglichkeit seinen Blick auf den Motion-Tracker oder auf den Hintergrund scharf zu fokussieren stärkt meine Immersion umso mehr. Ich habe wirklich das Gefühl auf dieser Station zu sein und den Willen hier zu überleben.

Mein bester Freund neben den Speicherterminals: der Motion-Tracker.

Mein bester Freund neben den Speicherterminals: der Motion-Tracker.

Alien Isolation hat viel Kritik bekommen, weil eben dieses Überleben einem nicht leicht gemacht wird. Nicht, weil das Spiel besonders schwierig ist, sondern vielmehr weit es teilweise nicht fair ist. Und tatsächlich gibt es Situationen in denen mich das Alien unverhofft im Lüftungsschacht überrascht oder ich gut versteckt in der Ecke kauernd gefühlt unfair entdeckt werde. Und ja, einige Animationen oder Cutscenes sind nicht perfekt, das Gameplay repeditiv, aber trotzdem macht Alien Isolation zuviel richtig, um eine Enttäuschung oder gar schlechtes Spiel zu sein.

Ripley in einer der realtiv gut gemachten Cutscenes.

Ripley in einer der realtiv gut gemachten Cutscenes.

Creative Assembly hat ein konsequentes Spiel gemacht und hätte es vielleicht kürzer erzählen können. 10 Stunden kurzweiliges Gameplay wäre vielleicht sinnvoller gewesen, als denn viele Dinge zu wiederholen. Und wenn ich mich minutenlang innerhalb der Station verstecke, damit das Ding dann trotzdem plötzlich um die Ecke kommt, dann wünsche ich mir schon einen KI-Patch.

Zu spät.

Zu spät.

Fazit:
Unglaublich dichte Atmosphäre in ein konsequentes Spiel verpackt. Nicht perfekt von der Spielmechanik und teilweise unfair, aber so liebevoll gemacht, dass man es durchaus lieb haben kann.
Stubenscore: 8,0 / 10


ALIEN ISOLATION
http://www.alienisolation.com/
PC | PS4 | XBOX ONE 


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6 Gedanken zu “Alien Isolation

  1. …mucksmäuschenstill verharren wir vor der PS4, denn die Kamera übertägt unsere Geräusche und Bewegungen direkt zum Alien und wir wollen doch nicht erwischt werden…

    …5 Minuten kauern wir jetzt schon im Schrank und halten die Luft an…

    Und ZACK reißt das Alien die Tür auf und danach uns.

    Alien Isolation wurde auch von anderen Spielewertern kontrovers besprochen und ich muss mich hier leider anschließen. Bis zu einem gewissen Zeitpunkt ist das Spiel genial. Atmosphärisch eine Innovation auf dem Spielemarkt und es funktioniert gut: Winken und rufen wir, freut sich nicht nur die Kamera, sondern auch das Alien.

    Aber das Spiel wird leider irgendwann unfair. Das Alien kommt per Zufall und man ist chancenlos. Ob man damit nur die Spielzeit in die Höhe schrauben wollte, kann man nur vermuten. Aber der Spassfaktor wird sicher dadurch geringer und das Alien kann mich mal.

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    • Das stimmt alles und irgendwie hat Creative Assembly sich damit ein Spiel des Jahres kaputt gemacht.
      Aber was heißt das? Statt 9.5 doch 6.5?
      Alien Isolation ist ein perfektes Spiel für das Statement, dass Punktebewertungen vielleicht doch Blödsinn sind.

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      • Ich finde Punktewertungen weiterhin hilfreich. Bei diesem Spiel muss man aber brücksichtigen, dass es keine alleinstehene Gesamtwertung oder Durchschnittswertung geben sollte. Die ersten 5 Stunden sind sicher 8,0 oder besser, danach sollten aber nur noch frusttollerante Spieler (ist sitze gerade an Bloodborne) seine Spielzeit investieren.

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  2. Kinder streitet Euch nicht! Die Kamera- und Soundüberwachung ist schon witzig. Da hat man es gerade noch so in das Versteck geschafft, lehnt sich zurück, meint man könnte sich mit einem Schluck Bier stärken und zack. Zuviel bewegt und das war es. Ganz zu Schweigen (man beachte den Wortwitz), wenn plötzlich jemand das Zimmer betritt und auch noch wagt etwas zu sagen – zack. Anonsten ist die Atmosphäre echt super und kommt dem Film nahe. Das Alien taucht später plötzlich und unerwartet auf und da hilft leise und unbeweglichsein vorm Bildschirm auch nichts. Da muss man halt durch und dann macht es sicher auch – anderen als mir – viel Spaß. Wertung in Punkten finde ich schwierig daher verzichte ich darauf.

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