Saxum

Ein Kunstwerk

Sid Sackson (1920—2002) ist nicht nur für seine hunderten Spielentwicklungen und Spielideen bekannt. Bis zu seinem Tod sammelte er 20.000 Spiele. Die habe ich noch nicht. Einige seiner Spiele aus den 70er, 80er und 90er Jahren lagern auch auf meinem Boden. Nur sein Spiel des Jahres – Erfolg, Focus von 1981, habe ich nicht mehr.

Sein Spiel Tam-Bit von 1969 ist die Grundlage für das hier getestet Spiel. Dieses wurde 1995 vom Inhaber des Brettspielladens „Das Spiel“ neu verlegt und hierbei wurden auch die Regeln angepasst. Den Laden in der Rentzelstraße von Claus Voigt haben wir damals oft besucht und wir waren traurig, als er 2002 geschlossen wurde. Dort haben wir viele Spiele getestet, gekauft und wurden immer gut beraten. Freudig erregt war ich, als ich Saxum auf dem Flohmarkt fand. Und bei der Recherche dann auch an alte Zeiten erinnert wurde.

Das Spielmaterial

Bei Saxum spielen zwei Spieler gegeneinander und wollen 177 Punkte erzielen oder 7 Reihen auf dem Spielfeld mit eigenen Steinen vervollständigen. Hierbei gibt es eine Strategie- und Glückskomponente. Denn die Spieler nutzen zwei Würfel und können auf einem 5×5 großen Spielfeld ein Feld im Würfelergebnis mit einem Spielstein besetzen. Also bei einer gewürfelten 3 und 4 im Raster das Feld 3:4 oder 4:3.

  • Ist das Feld frei, können wir einen Spielstein setzen
  • Haben wir das Feld besetzt, können wir Punkte sammeln
  • Besetzt der Gegner das Feld, können wir es übernehmen. Dies kostet Siegpunkte oder einen unserer 7 Versicherungschips.

Somit gibt es verschiedene strategische Optionen. Doch natürlich spielt die Glückskomponente auch eine große Rolle. Würfel ich am Anfang oft meine eigenen Felder, dann kann ich zwar Punkte bekommen, aber nur sehr wenige. Und in dieser Zeit baut sich der Gegner vielleicht schon ein großes Netzwerk auf.

In der Mitte das 5×5 Felder große Spielfeld. Daneben die Leiste für die 7 Reihen (Siegbedingung) und die drei Reihen für die andere Siegbedingung :177 Punkte.
Würfel ich mein Feld, bekommt ich Punkte in Höhe des zusammenhängendes Gebietes. Würfel ich ein Feld des Gegners, dann muss ich den Stein gegen meinen austauschen und dies bezahlen (Kosten: Anzahl Steine des zusammenhängendes Gebietes oder einen Versicherungschip). Abgesehen vom Pasch gibt es immer zwei Felder zur Auswahl.

Fazit:

Was für ein schönes Material. Ein schweres Holzbrett als Spielfeld und Halbedelsteine als Spielfiguren. Der Pappkarton als Packung ist dann nicht ganz so passend. Das Spiel hat für meinen Geschmack eine zu hohe Glückskomponente, aber so einen Hingucker kann man immer wieder bei schönen Wetter auf der Terrasse spielen. Ein Glücksfall für die Sammlung.

Stubenscore: 7,5 / 10


SAXUM

BoardGameGeek

Spieledatenbank Luding

Brettspiel (getestet)

2 Gedanken zu „Saxum

  1. Ja das ist hübsch (und witterungsbeständig) auf dem Trassentisch! Danke auch für den historischen Einblick, Sid Sackson war mir kein Begriff. Die klingen schon nach einem schön kompetitiven Tau-Ziehen. Das Würfeln/die Glückskomponente ist für mich der große Pferdefuß. Daran kann man aber fein die evolutionäre Stufe des Spiels taxieren.

  2. Das sieht tatsächlich sehr nett aus und das Auge spielt ja mit. Spielerisch vielleicht nicht allzu tief und glückslastig, aber wenn es Spaß macht, dann passt es ja.

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