Caper Europe

Um die Wette klauen

In vier europäischen Städten können wir in diesem 2-Personen-Spiel kompetitiv unsere Diebesbanden mit Ausrüstungsgegenständen in drei Gebäude schicken, um Gegenstände zu klauen und aber letztendlich mehr Siegpunkte als der Mitspieler zu erhalten.

Mechanistisch gibt es hierbei verschiedene Möglichkeiten, Siegpunkte zu bekommen. So versuchen wir in einem Tauziehmechanismus bei den drei Gebäuden die Gaunermarke auf unsere Seite zu ziehen, wie wir es aus Zenith kennen. Der Sieger beim Tauziehen erhält die Boni der Karte in der Mitte der Gebäude. Alternativ kann man durch Sonderpunkte von Dieben und Ausrüstung Punkte sammeln, z.B. für jede gelbe Karte einen Punkt oder auch für Farbkombinationen oder (bei schwierigeren Städten) Karten in der Gegnerauslage oder sogar den Ablagestapel. Weiterhin kann man Diebesgut (z.B. Bilder und Diamanten) sammeln, dies macht auch inhaltlich Sinn.

In sechs sich abwechselnden Phasen bringen wir Diebe und Ausrüstungsgegenstände ins Spiel. Auf dem Spielplan sieht man die Anzahl und wer dran ist, perfekt gelöst!
Auch cool: Beide Spieler haben die gleich Anzahl Karten, legen abwechselnd eine an die Gebäude auf ihrer Seite an und dann wechseln die verbleibenden Karten die Seiten und weiter geht es. Das gefällt mir gut, muss man doch abwägen, was man selber für sich braucht oder auf keinen Fall der Gegner als Karte bekommen sollte.
Die Diebe bringen Vorteile im weiteren Spiel und sind das Geldeinkommen. Die Ausrüstungen können wir bei den Dieben anlegen und kosten dann aber in der Regel Geld. Die Ausrüstungen haben besondere Effekte. So kann eine Karte beim Gegenüber verbrannt werden (also Karte und Funktion aus dem Spiel), selten bekommt man Geld oder man schmeißt eine Siegpunktemaschine an. Besonders gut gefällt mir die unterschiedliche Spielweise der vier Städte. Hierzu gibt es jeweils Ergänzungskarten für die Gebäude, Diebe und Ausrüstungsgegenstände und natürlich ein paar Sonderregeln.

Rechts drei Gebäude mit jeweils drei Plätzen für Diebe. Links die Nachziehstapel und die Anzeige, in welcher Runde wir sind, wieviel Karten wir bekommen und wer beginnt.
Mit Legen der Karten ziehen wir den Gaunerbrillenmarker auf der Gaunerleiste zu uns hin. Es gibt auch Karten, mit denen wir den Marker ein zusätzliches Feld ziehen, z.B. „bei jeder gelben Karte, die wir legen“.
In der Regel bekommt man beim Ausspielen der Diebe Geld. Hier sind meine fünf Ausrüstungskarten, die eher Geld kosten (oben links), aber bei gelben Karten gibt es auch Geld. Sobald wir jeweils eine Karte gespielt haben, wechseln wir das Blatt mit dem Gegner.
Gut gelöst. Wir sehen auf der Leiste die sechs Runden und was die Spieler an Karten bekommen (weiß=Dieb, grün=Ausrüstung) und wer die Rund beginnt.
Rom, anscheinend wollten wir beide keine Kunstgegenstände rauben, da es mit anderen Karten mehr Punkte gibt.
In Barcelona gibt es orange Karten (Hypnoseorgel), für die wir jeweils drei Punkte bekommen, wenn sie am Spielende sichtbar sind (also unten in der Reihe liegen). In die Ikonografie muss man sich einarbeiten.

Fazit:

Das Spiel wollte ich schon immer kaufen, aber es war mir zu teuer. Doch das wirklich schönes Spielmaterial und eine übersichtliches Inlay rechtfertigen den hohen Preis. Die Städte und Gebäude sind schön gewählt. Merkwürdig ist, dass wir in Louvre oder Kolloseum die gleichen Gegenstände klauen sollen. Sonst sind aber die Städte sehr unterschiedlich mit unterschiedlichen Karten und Mechanismen. Bei Wechsel einer Stadt / eines Szenarios ist man aber ganz schön am hin-und-her sortieren der Karten. Und kaufe ich es mir noch: Ich habe alles Städte durchgespielt und würde es jederzeit wieder spielen. Aber es gibt so viele andere 2-Personen-Spiele, so dass ich auch gern was Neues ausprobiere.

Stubenscore: 7,8 / 10


CAPER EUROPE
BoardGameGeek

Spieledatenbank Luding

Brettspiel (getestet)

7 Gedanken zu „Caper Europe

  1. Ich mag ja schönes Spielmaterial, aber klar lohnt sich nur, wenn man das Spiel auch häufiger spielt. Der letzte Satz aus Deinem Fazit überrascht hier niemanden 😊
    Gab es nicht in Essen ein Koop Diebesspiel? Da hätte ich Lust drauf.

  2. Rundum ein Spiel bei dem ich auch die Finger lang machen würde ! … und die Tauziehen-Mechanik würde mich am meisten interessieren – das kriege ich zu selten vorgesetzt (:

  3. Es klingt so, als ob man etwas Zeit braucht, um neben der Ikonografie sich auch in die Regeln einzuarbeiten. Klauen gehört jetzt nicht gerade zu meinen Interessen, dem Spiel würde ich allerdings trotzdem eine Chance geben.

  4. Drei m.E. gute 2-Personen-Spiele mit einer mehr oder weniger Form des Tauziehens wären noch
    – Hanamikoji
    – District Noir
    – Dracula vs. van Helsing
    Caper Europe war mir beim Zuschauen auf einem Brettspieltreff und flüchtigen Blick in die Regel zu komplex, um mich näher damit zu beschäftigen. Mag lieber Spiele aus der Kiste „easy to learn, hard to master“

      1. Den 7-Wonders-Duel-Ableger Duell um Mittelerde, der mir noch besser gefällt, hatte ich hier ja schon mal empfohlen: bis repetita non placent 😉

        Sky Team ist ein koop und kein Tauziehen, aber zweifellos ein kleines Meisterwerk.
        Koop spielen wir gerade Orleans Invasion rauf und runter, das funktioniert auch gut zu zweit, ist aber wirklich bockschwer und gar nicht leicht zu gewinnen.

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