SETI: Auf der Suche nach außerirdischem Leben

Viele, viel Aliens

Tomáš Holeks zählt derzeit zu meinen Lieblingsautoren. Schon seine ersten Spiele aus 2024 (Galileo Galilei, Tea Garden und SETI) haben mich begeistert. Inzwischen sind viele weitere erschienen, die auch schon den Weg in meine Sammlung gefunden haben. Natürlich ist Holek auch für ein Spiel mit Bienen bekannt.

Schon auf dem Stand auf der Essen 2024 haben mich das Szenario und Design von SETI sehr neugierig gemacht. Bis es dann lieferbar war und auf den Tisch kam hat es leider viel zu lange gedauert. Und nach den ersten Runden lässt die Begeisterung nicht nach.

Viel Material. Mit einer Komplexität von 3,83 bei BGG eher ein leichtes Expertenspiel

Das Prinzip ist schnell erklärt: Wir suchen außerirdisches Leben. Zu Spielbeginn startet man mit ein paar Ressourcen und Karten. Nun können wir reihum solange Aktionen durchführen, bis alle passen, da sie keine Ressourcen mehr haben. Danach geht der Startspieler ein Spieler weiter und es gibt „neues Einkommen“ und es geht wieder von vorne los, insgesamt fünf Runden. Abhängig von der Spielerzahl und Grübelkomponente dauert eine Runde 30 bis 60 Minuten, so dass man die Komplexität der möglichen Aktionen schon erahnen kann.

Mit unseren Aktionen starten wir Sonden von der Erde, die wir dann bewegen und alternartiv im Orbit eines Planeten eintreten lassen oder auf ihm landen. Hier angekommen finden wir vielleicht Spuren von Außerirdischen, oder Ressourcen, Siegpunkte und Bekanntheit. Auch in anderen Aktionen können wir Alienspuren sammeln. Viele Aktionen können wir verbessern, indem wir unsere Bekanntheit einsetzen und mit Forschungsplätzchen die Aktionen in unserem Tableau überdecken.

Unser Tableau zeigt auch die Regeln in Kurzform mit den 7 Aktionsmöglichkeiten (Symbole im Hexeck). Hier können wir Aktionen mit Verbesserungen einpassen.
Das Spielbrett ist gut durchdacht und beinhaltet das Sonnensystem mit den um die Sonne kreisenden Planeten, fern zu scannende Planeten, die Siegpunkteleiste drum herum und angebaute Alienerkundungsfelder, Bekanntheitsleiste, Forschungsplättchen, Rundenzähler und mehr.

Es gibt eine große Anzahl an Karten, welche multifunktional eingesetzt werden können. Entweder als „kleine Aktion“ (z.B. die Sonde ein Feld bewegen), Ressource oder wir kaufen sie für unsere Auslage und können somit besondere Aktionen durchführen. Somit starten wir dann Missionen oder erhalten Siegpunktebedingungen für die Endwertung oder können eine oder mehrere Aktionen mit speziellen Boni durchführen.

Hoher Wiederspielwert durch viele Karten. Einige bekommt man als Ressource zu Beginn einer Runde. In Aktionen können wir manchmal aus der Auslage wählen, oft muss man aber eine verdeckte vom Stapel ziehen.
Die wichtigste Funktion der Karte ist, sie für einen Geldbetrag auszuspielen. Die „Sirius A-Beobachtung“ kostet 2 Geldeinheiten und ich kann damit zweimal bei Sirius A scannen. Damit erhalte erhalte ich zwei Datenchips, mit denen ich dann nach Alienspuren suchen kann. Zusätzlich aktiviere ich die Mission im unteren Bereich: Habe ich zwei blaue Planeten erforscht (wie z.B. Sirius A), dann erhalte ich 4 Siegpunkte und einen Bekanntheitspunkt
In einigen Umlaufbahnen kreisen schon die Sonden der Mitspieler. Oben links wurde eine Alienart gefunden und sie wird gerade erforscht.

Da jeder Spieler eine tolle Regelübersicht hat, sind die Regeln immer zur Hand und man kann auch, während andere Spieler ihren Zug machen, hiermit seinen nächsten Zug planen und schon einmal gucken, was einem die optionalen Verbesserungen der Optionen bringen würden.

 

Fazit:

SETI ist ein geniales Spiel im Weltraum mit Aliens. Die Siegpunkte muss man nicht zählen, da man beim Erhalt von Punkten gleich auf einer Leiste voranschreitet. Genial sind auch die Alienarten, die sich alle anders spielen und die man erst im Spiel erforscht. Man weiß also vorher nicht, welche zwei der fünf Aliens diesmal auf uns warten.

Man kommt in das Spiel gut rein und die Anleitung ist erstaunlich kurz und übersichtlich gehalten. Die Komplexität (BGG: 3.83 von 5) sollte man aber nicht unterschätzen, denn aufgrund der knappen Ressourcen und verschiedenen Strategien ist die Suche nach den Aliens herausfordernd. Mir hat SETI mit drei Spielern am besten gefallen, bei vier Personen wird es dann abendfüllend.

Hervorzuheben ist noch, dass SETI es nicht auf die Nominierungsliste zum Kennerspiel des Jahres 2025 geschafft hat. Obwohl ein anderes SETI bereits 1979 einen Sonderpreis als „schönes Spiel“ erhalten hat. Neben dem verdienten Sieger 2025, Endeavor: Die Tiefsee, gefällt mir SETI deutlich besser als viele andere Nominierte, wie Faraway, Neuland, The Gang oder Zenith. Aber vielleicht ist SETI auch eher ein leichtes Expertenspiel.

Stubenscore: 8,9 / 10


SETI: AUF DER SUCHE NACH AUßERIRDISCHEM LEBEN

BoardGameGeek

Spieledatenbank Luding

Brettspiel (getestet)

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