Hey, hey, Wickie
Der Song von den Bläck Föös zur TV-Serie meiner Kindheit kommt mir bei solch einem Spiel immer in den Sinn. Dabei haben mich Thor, Odin, Loki, Zeus und die ganzen anderen römischen Götter nie sonderlich interessiert. Aber für die Wikingerfans der Stubenzockergemeinde konnte ich nicht Nein sagen und so gelangte dieses Spiel in meine Sammlung. Ein Kaufargument war hier auch eher die Spielemechanik, die dem Autorenduo Christian Fiore und Knut Happel, alias Spielziel, gut gelungen ist. Um die 30 Spiele haben die beiden Deutschen bislang gemeinsam designt, so richtig bekannt geworden ist leider noch keins.
Machen wir uns auf die Reise: Während Wikinger Thorsten zur Einführung in die Abenteuerreise den Flavor Text verliest – irgendwas über Asen und die Naturgötter Vanen – überblicke ich kurz für die nächste Runde die neuen Wegkarten und welche Wikingerkarten fürs eigene Deck neu gekauft werden können. Da unser Start-Deck keine besonderen Karten enthält, sollte man das gesammelte Geld gut investieren. Mit der Kartenkombination aus Wegkarte (für alle Spieler gleich) und den indiviuellen Wikingerkarten der Spieler werden wir unsere Reise auf dem Spielplan machen.


Es gibt viele kleine Mechaniken, die das Spiel abrunden:
- So steigt der Preis der Wikinger, die wir für unser Deck kaufen können, an, wenn man eine zweite oder dritte Karte kaufen möchte.
- Oder es gibt eine Gummibandmechanik, die auf der Siegleiste zurückliegende Spieler bevorteilen, indem sie mehr Handkarten als die führenden auf die Hand ziehen können. So kann der Glücksfaktor beim Kartenziehen beeinflusst werden.
- Zum Schluss jedes Abenteuers können wir einen unserer Wikinger nach Walhalla senden. Dieser scheidet dann aus dem Deck aus. Aber die nach Walhalla entsandten Krieger sind die Handkarten für die letzte Reise zur Regenbogenbrücke Bifrost. Und nur dort zählen dann die Siegpunkte auf den Karten. Karten mit vielen Siegpunkten haben aber auch hohe Zahlen zum Weiterziehen auf dem Wikingerpfad und so wird es schwieriger, auf Feldern mit Boni zu landen oder überhaupt rechtzeitig auf die Brücke abzuspringen.

Fazit:
Schönes Spielmaterial und auch die Sortierfächer für die Kartensets in der Box wie bei Dominion sind sehr hilfreich. Die Regeln sind nicht so komplex, aber ein Kurzübersicht hätte dem Spiel gut getan. Ein wenig mehr Interaktion zwischen den Spielern wäre auch gut gewesen, eigentlich spielt jeder für sich alleine. Und ich weiß, in einem Alien-Szenario wäre für den einen oder anderen Stubenzocker der Wiederspielwert höher. Aber ich werde die Wikinger sicher mal wieder auf den Tisch bringen. Denn die weiteren Kartensets interessieren mich schon. Auch würde ich gern verschiedene Taktiken ausprobieren. Es gibt noch viel zu entdecken …
Stubenscore: 7,7 / 10
DIE WIKINGER SAGA
Brettspiel (getestet)
Der Bericht gibt das Spielgeschehen sehr gut wieder, der Autor braucht allerdings dringend ein paar Nachhilfestunden in Mythologie 😉
Durch den Gummiband-Effekt bei den Siegespunkten wird die beste Strategie und ein guter Vorsprung schnell zunichte gemacht, so das wirklich jeder die Chance hat das Spiel zu gewinnen.
Ein kurzweiliges, schönes Spiel, bei dem nicht nur Glück sondern auch die eigenen Entscheidungen eine Rolle spielen. Macht Lust darauf es mit etwas mehr Erfahrung wieder zu spielen.
Daumen hoch.
Ich war anfangs (meiner Natur folgend) skeptisch: ungeliebtes Setting, am Ende werden Punkte zusammengezählt und das bei einem Schmidt Spiel. Doch im Laufe des Spiels, hat es mir immer mehr gefallen. Die versuchte Story braucht man nicht unbedingt, aber Material und Varianz im Spiel sind sehr gelungen. Der Gummiband-Effekt war auch ganz okay, zumal uns die Regeln erst nach und nach erklärt wurden. Am Ende spielt das Glück eine gewichtige Rolle, aber ein paar nette strategische Züge zwischendurch machen Spaß. Wäre bei einer weiteren Runde dabei.