Outlast II

Wieder bewaffnen wir uns mit Camcoder, 3 schwachen Batterien und einer Mullbinde …

Zurück im Horror: Nachdem Red Barrels uns mit Outlast viel  Nerven gekostet hat, wurde im zweiten Teil der Schockhorror perfektioniert. Noch nie hatte ich in so einer hohen Frequenz Gänsehaut und Herzklopfen. Abgesehen von einigen Sauerbieren war mit dieses Gefühl schon lange unbekannt. Wer glaubt, dass bei Man of Medan Jump-Scares vorkommen oder das ein Horrorspiel wäre, sollte sich mal ein paar Minuten in diese Welt vertiefen.

Mal wieder ist das Ende nahe …

Wir sind der Reporter Blake und wollen mit unserer Frau Lynn einen mysteriösen Mordfall untersuchen. Beim Absturz des Hubschraubers ist unsere Frau dann verschwunden und wir treffen am Ende der Welt auf eine Sekte, die uns die nächsten paar Stunden jagen wird. Auf der Suche nach unserer Frau erleben wir auch immer Visionen, die uns in unsere Kindheit zurückversetzt und oft wird zwischen den Geschichten im Teufelsdorf und der Schule hin-und-her gewechselt. In beiden Welten wimmelt es von Jump-Scares.

Auch die Programmierer und Grafiker sind nicht so ganz gesund

Die Story erklärt sich so halb-gut, denn die vielen Dokumente und Filmaufnahmen mag man schon bald nicht mehr lesen. Dass hier aber alle verrückt sind, wird schnell klar. Erklärt wird dies mit der experimentierfreudigen Firma, die die Gegend mit Strahlen versehen hat, die auch uns langsam in den Wahnsinn treiben.

Auch in der Schule ist es komisch

Aber die Story ist eigentlich zweitrangig. Das Spiel lebt von den Schockmomenten:

  • Wenn wir im Gebüsch langsam kriechen und die Gegner mit Taschenlampen uns suchen.
  • Oder wir uns in Tonnen verstecken und mit dem Mikro des Camcorders die Richtung und Entfernung (anhand der Lautstärke) ahnen können. Und sie finden uns oft!
  • Oder wir eine Tür öffnen und dahinter steht direkt ein Typ mit der Axt.

Die Welt wimmelt nur so vor “beeindruckenden” Bildern mit Tierkadavern, Leichen, Blut und Pestmonstern. Unterstützt wird die Szenrie durch Dunkelheit, wenig Batterien für den Camcorder und einem perfekten Sound.

Die Floßfahrt ist fast eine Entspannungsfahrt. Aber der Sound und die ständige Angst, dass etwas passieren könnte, halten den Puls hoch.

Die Story verläuft ziemlich linear. Dies fällt aber kaum auf. Ständig sind wir auf der Flucht und denken, es gibt viele Richtungen. Aber irgendwie kommt man doch immer zum nächsten Speicherpunkt und man kann sich nicht verlaufen.

Kann man ja gern mal lesen …

Viel Böses wird auf den Glauben projeziert. So kommen die katholischen Kinderf**ker und Hexenverbrenner nicht weniger gut weg als die irre Sekte. Ob die Zitate auch teilweise aus der Bibel stammen oder alles frei erfunden ist, kann ich als Ungläubiger nicht beurteilen.

Macht und Verfehlungen der Kirche sind allgegenwärtig
Neben Snapshots von Dokumenten kann man auch wieder zahlreiche Filme aufnehmen.

Einen Fehler hat das Spiel: Es ist zu lang. So erleben wir viele Momente sehr häufig und wissen dann natürlich, dass man sich verstecken und geduldig warten muss. Auch kennen wir die Schule irgendwann ziemlich gut auswendig. Selbst wenn neue Aspekte wie die Schwimmhalle neu hinzukommen oder wir den Pausenhof erkunden, wartet man eigentlich nur auf den Moment, wo wir über einen Fall oder hinter einer Tür wieder ins Dorf teleportiert werden.

Fazit:
Mehr Horror geht nicht. Das als VR wäre lustig.

Stubenscore: 8 / 10


OUTLAST II
Webseite
PC | Switch | XBOX | PS4 (getestet)

4 Gedanken zu „Outlast II

  1. Ich hab hier noch alle drei Outlast Teile als Box-Set rumliegen. Hatte gehofft, dass einen die Story ein wenig mitnimmt und wenig Lesematerial rumliegt. Mal gucken, wann und ob ich das mal spiele. Ich hätte gern Horror zurück wie bei SIlent Hill – Shattered Memories.

  2. Ein Schocker mit Horrormomenten. Ziemlich düstere Stimmung, was durch die Dunkelheit und die vielen tierischen und menschlichen Kadaver noch verstärkt wirkt. Für meinen Geschmack etwas übertrieben und krank. Darüber hinaus ist es sehr linear und deutlich zu land – bzw. sind es zu viele Wiederholungen. Wenn ich noch ein paar Dinge schreibe, die mich störten, würde ich spoilern. Ich wollte wissen, wie es ausgeht, sonst wäre das Spiel vorher ausgegangen.
    Kann man spielen, muss man aber nicht-

  3. Halleluja das ist mir zu hart – schön, dass ich es hier im Hellen und ohne Jumpscares lesen kann. @ferengi beackere gerne weiter das Horror-Feld (ich bleib bei meinem in Stardew Valley ^__^ )

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