Schach für Kolonisten
Ein bis vier Kolonisten platzieren ihre Meeples auf einer Landkarte. Anschließen haben wir reihum drei Aktionen:
- Einen Meeple um beliebig viele Felder ziehen (Pflichtaktion)
- Einen Meeple um beliebig viele Felder ziehen oder an ein angrenzendes Feld eines gezogenen Meeples einen Grenzstein legen
- siehe 2
Man kann somit dreimal ziehen, ziehen-ziehen-bauen, ziehen-bauen-ziehen oder ziehen-bauen-bauen. Alternativ kann man nach der ersten/zweiten Aktion seinen Zug auch beenden. Sollte nur noch ein Spieler ziehen können, ist das Spiel beendet und es gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten.

Und so bekommt man Punkte:
Sollte man mit dem Setzen eines Grenzsteins ein Gebiet komplett mit Grenzsteinen umschlossen haben und es gibt maximal drei verschiedene Gebietsarten, wird das Gebiet gewertet. Wer innerhalb des Gebietes die Mehrheit hat, bekommt die Punkte. Aber alle Meeples aus dem Gebiet gehen aus aus dem Spiel. So ist es auch eine Option, einen Gegner einzukesseln, der dann zwar die Punkte erhält, aber auch die Figuren aus dem Spiel nehmen muss.


Fazit:
Leichte Regeln – aber man kann viel und lange überlegen und seine Züge planen. Und die der Gegner verhindern. Man merkt, dass die beiden Autoren viel Zeit und Liebe ins Detail zum Spielplan und den Regeln gesteckt haben. Somit ist es ein echtes Tüftelspiel mit hoher strategischer Komponente. Wie im Schach hat man eine Langzeitplanung, wo man später Punkte machen möchte und man muss aber auch auf die Züge der Mitspieler reagieren, Umwege machen, Umplanen und nie aufgeben. Denn selbst wenn Gegenspieler schnell viele Punkte machen, verlieren sie dadurch auch Meeples und man kann später größere, punktträchtigere Gebiete für sich werten.
Stubenscore: 7,1 / 10
TERRA NOVA
Brettspiel (getestet)


Hui das sieht und fühlt sich zart angestaubt aus. Die grundsätzliche abstrakte Mechanik finde ich nicht unspannend.
Ich hatte bei Terra Nova jetzt ein anderes Spiel im Kopf, war erst verwundert. Scheint mir mit 7,1 auch eher im „okay, muss man nicht spielen“-Bereich zu sein – schlecht sieht es aber nicht aus. Trotzdem würde mich das neuere Terra Nova oder Terra Mystica eher interessieren.
Wir hatten wohl das gleiche im Kopf – es ist ja inzwischen eine ganze Reihe:
TERRA MYSTICA (2012) als der Urvater, mit dem verlinkten TERRA NOVA von KOSMOS (2022) eine abgespeckte Variante in Richtung Familienspiel, dann die etwas fututristisch daherkommende, wohl leicht regeloptimierte Version GAIA PROJECT (2017), und als Krönung dann noch AGE OF INNOVATION (2023), wovon viele sagen, das sei nun die beste TM-Variante. Wahrscheinlich, bis in ein paar Jahren der nächste Ableger seinen Kopf aus dem Essener Erdreich stecken wird… 😉
Aber für die aufgeführten Spiele braucht man mehr als eine Stunde Zeit 😉
Bin mal auf den Stubenzockerausflug nach Holland gespannt und wer da was auf den Tisch bringt …
Bei Age of Innovation wäre ich gern dabei.