Alien RPG (Evolved Edition)

Im Weltraum kann Dich niemand schreien hören

Die original Version des Alien RPGs erschien mit 2019 etwa zur gleichen Zeit wie Mothership. Dessen frischen Ansatz, hohe Kreativität und geringe Komplexität hat mich damals wirklich beeindruckt. Da ich ja doch der Alien Francise etwas zugeneigt bin, war es dann doch nur eine Frage der Zeit, mir auch das Rollenspiel von Free League anzusehen. Der Release der „Evolved Edition“ im Jahr 2025 erschein dann eine sehr gute Gelegenheit zu sein.

Im Unterschied zum Original fällt sofort das übersichtlichere Design des Regelbuchs auf. Der Text kommt nicht mehr weiß auf schwarz, sondern ist nun lesbarer, das ganze Layout übersichtlicher. Flow-Charts, die beispielsweise Skill-Checks darstellen, helfen zudem die Systematiken besser zu verstehen.

Und eben diese Systematiken gefallen. Bei Skill-Checks und im Kampf sind die Push-Your-Luck Würfelmechaniken durchaus clever: erreicht man mit einer bestimmten Anzahl von Würfel nicht die gewünschte Anzahl von Erfolgen (sprich eine 6 auf einem D6), kann man durch die Erhöhung des eigenen „Stresslevels“, einen Würfel zum Wurf dazu nehmen und erfolglose Würfel, erneut versuchen. Immer verbunden mit dem Risiko, durch den oder die Stresswürfel, einen Malus zu riskieren.

Neben der Erzeugung von Stress, können auch die Spieler durch schlimme Erlebnisse, wie eine erste Begegnung mit einem Xenomorph, Panik und damit einen schwerwiegenderem Nachteil erleiden. Auch hier gibt es kreative Einschränkungen für das folgende Spiel, doch man kann auch Dank Erholungsphasen gewisse Zustände auch wieder heilen. Insgesamt gefallen die Systeme und Würfelmechaniken, die auch die Kämpfe strategischer wirken lassen, als es beispielsweise ein D&D gelingt.

Die aktuelle Starter Box des Spiels kommt mit dem Szenario Last Hopes Day, einer Geschichte um eine Bergbaukolonie auf dem Mond LV-426. Ein Parasit, ein verschwundener Mitarbeiter und plötzlich bricht der Kontakt zur gesamten Station ab – wir kennen das. Leider glänzt das Szenario nicht durch Kreativität, sondern lehrt eher die Spiel- und Kampfmechaniken. Schön sind allerdings die vorgefertigten Charaktere, die mit jeweils eigenen Agenden kommen, welche sich über drei kurze Akte entwickeln. Durch diese unterschiedlichen Ziele, entsteht am Tisch eine spannende Dynamik.

Ich würde gern das Spiel mit dem Szenario Rapture Protokoll – und hoffentlich ein wenig mehr Abwechslung – ein weiteres Mal erleben wollen. Die Mechaniken und das Setting bieten in jedem Fall eine sehr gute Basis für eine unterhaltsame Runde SciFi Horror.

Das neue Design gefällt und ist sehr viel übersichtlicher.
Im Kampf gegen ein Alien. Dank Stress gelingen mehr Treffer, aber auch mit erhöhtem Risiko.
Die unterschiedlichen Ziele der Charaktere bringen zusätzliche Spannung.
Wie auch bei Mothership oder Mörk Borg bringen Community Inhalte mehr Atmosphäre ins Spiel.
Kleiner Zettel, „große“ Wirkungen. Koop? Hauptsache man bringt seine Agenda durch.

ALIEN RPG EVOLVE EDITION
RPGG

5 Gedanken zu „Alien RPG (Evolved Edition)

  1. Ja die Mechanik und das Szenario hatte mich auch sofort begeistert. Auch ist alles sehr nett gemacht. Nun fehlt nur noch eine Story mit Überraschungen und mehr als nur Würfeln.
    Also: Rätsel und nicht
    – „aus dem Lüftungsschacht kommt ein neues Alien“ (das wir ja auch schon gehört hatten und als Fan nicht so unerwartet auftaucht)
    – in dem Raum liegt eine Frau mit Bauchschmerzen (Puh, was kann das wohl bedeuten)

    Vielleicht müsste die Spielmechanik auch nicht immer 1 zu 1 umgesetzt werden. Man findet 3 Schlüssel/Wege zur Waffenkammer. Dort angkommen liegt alles voller Waffen und wir beginnen die mit unseren Würfeln zu suchen. Wir haben die zwar gefunden (wo sollen die auch sein), lagen da ja auch rum 😉

    Ich bin beim nächsten „Fall“ wieder dabei.

  2. You backstabbing basterds!!!1! Wenn einer das Team betrügt, dann bin ich das ! [schnaub]

    „Spass“ beiseite – ich war hochgradig davon unterhalten, wie wir jeweils alle über die 3 Kapitel erweiternde Ambitionen ausgeteilt bekommen haben (bei exponentiell wachsender Paranoia). Das ist ein toller Mechanismus, damit es nicht zu kuschelig/gemütlich wird. Vor allem wenn man in so einer plüschig/wohlmeinenden Spielegruppe spielt. Ansonsten schließe ich ich meinem, Vorredner an … das Adventure war schon leicht klischeebelanden (es fehlte nur noch „warum liegt hier Stroh“). Das ist aber meckern auf hohem Niveau. Ich war überdies sehr angetan vom „Push your Luck/Insanity“ Ansatz des nicht mir Würfel-geizenden Kampfsystems. Mehr davon!

    Aber … wenn mir noch jemand auf das Ei in meinem Sack schießt, dann ist es mit der Freundschaft vorbei [SCHNAUB]

    1. Den ein oder andern PlotTwist hätte ich mir auch auch gerne noch gewünscht, aber anyway…die Agenden der Spieler haben das durchaus wettgemacht. Gerne noch ne Runde.

    1. Sehr gerne 😀 Falls playermichi es uns pumpen würde ooooder noch besser: den Trip in Hamburgs Fernen Osten auf sich nimmt und uns an seiner Game Master Magic Anteil nehmen lässt. Dafür würde ich ne Pizza sponsern @Michi

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