Kiel
Als Norddeutscher habe ich von der Symbolfigur der Stadt im Norden noch nichts gehört. Ich hoffe mal, dass Lars Ehresmann für sein Erstwerk da marketingtechnisch mit dem Spieletitel alles richtig gemacht hat. Historisch betrachtet handelt es sich bei diesem Spiel um den Wettkampf der Kaufleute beim Bau des Nord-Ostsee-Kanals.
In seinem Zug kann man aus der Auslage eine der fünf Karten wählen. Die erste Karte kostet nichts, die anderen dann bis zu 5 Schlüssel (oder alternativ Münzen). Abhängig von der Kartenart kann ich diese nutzen und muss diese aber noch mit entsprechende Ressource bezahlen. Als Belohnung erhält man dann Verbesserungen, also vergünstigtes Kaufen (Schlüssel) oder kostenloses Ressourcentauschen (Universität). Wichtig ist auch der Ausbau des Hafens und Upgrade der Schiffe. Bei der Aktion Hafen nutze ich eine weitere Karte aus der Auslage indem der Mittelteil der Karte zum Ausbau eines Hafens für die dort abgebildeten Ressourcen im Spielplan eingeschoben wird. Alternativ kann ich die Karte aus der Auslage aber auch umdrehen und in den Speicher legen. Dieses macht Sinn, wenn ich die Ressource zum Bezahlen für eine der Aktionen nicht habe oder ich den Vorteil der Karte im Speicher nutzen möchte.
Ich schreiben dies so ausführlich, da in Summe eine Karte für viele Dinge genutzt werden kann indem sie entsprechend rechts oder links oder von unten in den Plan eingeschoben oder umgedreht als Ressource in den Speicher gelegt wird. Das ist schon sehr innovativ und habe ich in der Variation auch noch nicht gesehen. Doch so ganz rutschfest ist das nicht. Und so verschieben sich die Karten dann doch schon mal, ist dann etwas friemelig.


Fazit:
Ein kleines, kompaktes tolles Eurogame. Ein paar Symbole oder eine Spielerhilfe zur Erinnerung wäre hilfreich. So haben wir bei den Schlüsseln nicht immer daran gedacht, dass man sich einen neuen Auftrag nehmen kann und wunderten uns irgendwann, wie man den das Spiel abschließen soll. Auf einer rutschfesten Neoprenmatte ist das Spiel auch sicher liegestabil. Die Thematik ist nicht so meins, aber für Historiker und Kielfans ein netter Einstieg in die komplexeren Spiele.
Stubenscore: 7,7 / 10
Brettspiel (getestet)


Als nicht der größte Fan von „noch ein Eurogame“ finde ich das Setting zumindest „frisch“, bzw. unverbraucht. Muss ich jetzt nicht spielen, tut aber sicherlich nicht weh, weil diese Multi-Use-Kartenmechanik bestimmt nett ist. Frage mich, ob die 7,7 immer dann kommt, wenn Luka Doncic ein gutes Spiel diese Nacht gemacht hat? 🙂
Genau… bevor ich „noch ein EUROgame“ spiele, geh ich lieber Kiel holen 😉
Wow – das kommt unerwartet: ein Spiel über den Kaiser-Wilhelm-Kanal! Schon schön, wie es aktuell Trend zu sein scheint, die Karten je nach Ausrichtung anders nutzen zu können. Das meinem Hang zur Analysis-Paralysis nicht besser 😀 Hätte Lust drauf am Kanal mitzubauen. Ggf. gibt’s vielleicht einen zweiten Teil rund um Sand und Suez.